Das Spiel

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Der Hintergrund

Am 1. Februar 1970 schloss die Sowjetunion mit der Bundesrepublik ein Abkommen, das sich auf ein Schlagwort verkürzen lässt: Gas gegen Devisen. Um den Vertragsverpflichtungen nachzukommen, werden die sozialistischen "Bruderstaaten" von der Sowjetunion verpflichtet, den Bau der Erdgastrassen zu unterstützen. Dafür bekamen sie einen Teil des geförderten Erdgases kostenfrei.

Abenteuer und Devisen

Die "Trasse", wie die Erdgasleitung von den Arbeitern genannt wurde, war anfangs kein Sehnsuchtsort. Schließlich lockten dann aber Land und Geld. Mehr als zehntausend junge Leute aus der DDR ließen sich von den Versuchungen des fremden Landes wecken und gingen in die Sowjetunion. Die Beweggründe, an diesem mächtigen Bauprojekt mitzuarbeiten, waren vielfältig.

Für die einen war es die Beteiligung an einem Projekt, das zu den technisch anspruchsvollsten Aufgaben gehörte, die die DDR zu bieten hatte. An die Trasse ging aber auch, wer die DDR verlassen und ein "staatlich organisiertes Abenteuer, das einen eigenartigen Reiz ausübt" erleben wollte, wie es ein FDJFunktionär im Rückblick nannte. Schließlich waren es die nicht unbeträchtlichen materiellen Vorteile, die die Arbeit bedeutete. Es wurde nicht nur besser gezahlt, jeden Tag gab es 20 Mark zusätzliches "Auslösegeld", was bei den wenigen Möglichkeiten, Geld auszugeben (Unterkunft und Verpflegung waren frei), sich nach mehreren Jahren Arbeit an der Trasse zu einem hübschen Betrag summierte. Dazu hatte man Zugriff zu den begehrten Genex-Waren, d.h. zu Waren aus dem Westen, die nur mit Devisen zu bezahlen waren.

Nach drei Jahren hatten die Trassenarbeiter eine Anwartschaft auf die sofortige Zuteilung einer Neubauwohnung oder auf Sofortlieferung eines begehrten PKW, auf den der Normalbürger zehn oder mehr Jahre warten musste.

Der Alltag war weniger idyllisch. Die Arbeit war hart, die Schichten dauerten zehn bis zwölf Stunden. Allerdings standen einem nach zwölf Wochen vier Wochen Urlaub zu. Die Versorgung war gut - es gab fünf Mahlzeiten am Tag - und die Trassenbauer lebten im Vergleich zu ihrem russischen Umfeld in fast luxuriös zu bezeichnenden Unterkünften. Es gab Freizeiteinrichtungen und ein vergleichsweise reichhaltiges Kulturprogramm. Die Abschottung zur Umgebung wurde aber von vielen als Belastung empfunden. Es gab kaum Kontakt zu den Einheimischen, der offenbar von staatlicher Seite auch nicht gewollt war. Bis 24 Uhr musste man wieder im Wohnbereich sein. Nur wenige, meist mit mehr oder weniger guten Russischkenntnissen, suchten den Kontakt mit den Einheimischen.

0 :Faszination Erdgas

Die Erdgastrasse zwischen Abenteuer und Hightech

Veranstaltungen rund um das Thema "Faszination Erdgas".

Vom 25. Juni bis zum 18. Juli 2008 findet im Foyer des Plauener Rathauses die Sonderausstellung „Erdgas – Energie aus der Natur“ statt. Plauener Bürger und ihre Besucher sind herzlich eingeladen, während der Öffnungszeiten des Rathauses, zur Plauener Museumsnacht und zu Sonderführungen das Thema „Erdgas – Energie aus der Natur“ hautnah zu erleben.

Darüber hinaus werden Schüler im Rahmen ihres Unterrichtes und zu Projekttagen sehen, wie Erdgas entstanden ist, wie es gefördert, transportiert, gespeichert und letztlich verwendet wird.

Als Höhepunkt der Sonderaustellung werden wir am 4. Juli im Rahmen der Plauener Museumsnacht Erdgas mit allen Sinnen erlebbar machen! In einer außergewöhnlichen Veranstaltung erleben die Besucher eine gleichermaßen visuelle, akustische und experimentelle Reise in die Welt der Netze.

Im Vorfeld der Museumsnacht planen wir in der Plauener Innenstadt eine Installation, die bereits im vergangenen Jahr in Chemnitz für Aufsehen gesorgt hat, und die sich einem besonderen Stück Geschichte widmet: Der Erdgas-Trasse „Druschba“, die ab Mitte der 70er Jahre von der DDR-Jugend gebaut wurde.

Viele Menschen aus unserer Region haben „damals“ gemeinsam an der sicheren Gasversorgung von heute gearbeitet. In fünf überdimensionalen, begehbaren Röhren wird unter dem Titel „Die Erdgas-Trassen zwischen Abenteuer und Hightech“ die Geschichte eines Jahrhundertprojektes der DDR erzählt. Erich Honecker legte das Vorhaben in die Hände der FDJ. Für alle sichtbar, manifestierte sich damit die enge Zusammenarbeit der DDR mit der Sowjetunion – ausgedrückt durch den symbolträchtigen Namen „Druschba“: Freundschaft.

Beteiligte, die bei den gewaltigen Bauvorhaben dabei waren, beschreiben diese Zeit als das größte Abenteuer ihres Lebens – und das wird in der Ausstellung sichtbar und nachvollziehbar: Besucher erleben hautnah und aus erster Hand, wie es beim „Trassenbau“ zuging. Fotos und Dokumente von Zeitzeugen beleuchten dabei nicht nur den Bau des „linearen Teils“, also der eigentlichen Pipeline, sondern auch den Aufbau einer gigantischen Infrastruktur, bei der komplett neue Städte entlang der Trasse entstanden.